Fasnachtsfeuer in Wittnau

Brennende Holzgerüste und Fackelumzug

Wer hat das schönste Feuer?
Jeweils am Sonntagabend vor dem Basler Morgenstraich wird in Wittnau das berühmte Fasnachtsfeuer entfacht. Die einst zum Teil handfeste Rivalität zwischen den Bewohnern des Unter- bzw. Oberdorfes kommt bei diesem alten Brauch jeweils so richtig zum Ausdruck: Die beiden Dorfteile erstellen ihr eigenes Feuer und versuchen, jenes des anderen Dorfteils zu übertrumpfen. Mit einer speziellen Holzkonstruktion sowie unzähligen Lumpenbündel werden Schriften oder Sujets gebaut, die man anschliessend am Hang aufstellt und dann bei Dunkelheit anzündet. Die Gerüste sind zum Teil bis zu 20 Meter breit und 13 Meter hoch. Dieses Jahr wurden das Dorffest, das Jahr 2000 im Oberdorf, sowie eine Sportart im Unterdorf als Thema gewählt. Das Spektakel dauert in der Regel zwischen einer halben und drei Viertel Stunden; so lange sind die brennenden Schriften und Sujets lesbar. Hinzu kommt ein Fackelumzug mit zusammen rund 120 Trägern. Insgesamt nehmen zwischen 250 und 300 Personen am Fest teil.

Zum Abschluss trifft man sich in der City-Beiz im Unterdorf respektive in der Krone im Oberdorf. Speziell an diesem Brauch ist zudem, dass die frisch verheirateten Paare für die Verpflegung der Helfer des Fasnachtsfeuers aufkommen (müssen). Zu diesem Zweck wurde nun ein Verein gegründet, der die Kosten aus seiner Kasse übernimmt.

 

 

Die Geschichte

Bis in den Kanton Solothurn sichtbar
In vielen Fricktaler Gemeinden wurden noch bis vor 40 Jahren Fasnachtsfeuer angezündet. Man vermutet, dass dieser Brauch ein Überrest eines Sonnenkult ist und aus der vorchristlichen, heidnischen Zeit stammt. Zwischen 1000 und 500 vor Christus zündeten die Kelten im Refugium (Wittnauer Horn) sicherlich Sonnenwendfeuer an. Sie gaben im Kriegsfall bei Tage Rauchzeichen und bei Nacht Feuerzeichen bis zum Wiesenberg im Kanton Solothurn weiter. In Oensingen nennt man heute noch das Fasnachtsfeuer „Sonnenwendfeuer“.