Das Wirtschaftsforum ist ein wichtiger und beliebter Treffpunkt für Fricktaler Entscheidungsträger aus Wirtschaft, Politik und Gesellschaft.
Fricktaler Wirtschaftsforum 2026

Rund 170 Personen nahmen am diesjährigen Wirtschaftsforum Fricktal im Saalbau Stein teil und setzten sich mit der Frage auseinander, wie Kreislaufwirtschaft in der Praxis funktionieren kann. Referierende aus Wirtschaft, Verwaltung und Entwicklungszusammenarbeit zeigten konkrete Beispiele und machten deutlich: Kreislaufwirtschaft bietet grosse Chancen – doch dafür braucht es ein Umdenken und Menschen, die neue Wege ausprobieren.
Kreislaufwirtschaft betrifft uns alle
Was bedeutet Kreislaufwirtschaft? Warum ist es wichtig, dass wir uns aktiv damit auseinandersetzen? Wo liegen die grössten Hebel und Herausforderungen? Und welche Themen sind für Schweizer Unternehmen und die Wirtschaft in unserer Region besonders relevant?
Diesen Fragen widmete sich das diesjährige Wirtschaftsforum Fricktal, zu dem sich rund 200 Personen angemeldet hatten. Moderator Patrick Rohr machte bereits bei der Eröffnung deutlich, dass das Thema uns alle betrifft: In der Schweiz fallen jährlich rund 80 bis 90 Millionen Tonnen Abfall an. Etwa die Hälfte davon gelangt zurück in den Kreislauf.
Rahel Galliker, Vizedirektorin des Bundesamts für Umwelt, zeigte auf, dass Kreislaufwirtschaft eigentlich nichts Neues ist. Dinge zu reparieren, weiterzugeben oder wiederzuverwenden, gehört seit jeher zum Alltag. Gleichzeitig besteht noch grosses Potenzial, weitere Ressourcen im Kreislauf zu halten. Dafür braucht es ein Umdenken – bei Unternehmen ebenso wie bei Konsumentinnen und Konsumenten. Die Präsentation von Frau Galliker wird in den nächsten Tagen aufgeschaltet.

Vom Rückbau bis zum neuen T-Shirt
Wie Kreislaufwirtschaft konkret umgesetzt werden kann, zeigte Nicole Dähn, Abteilungsleiterin Rückbau und Gebäudeschadstoffe bei der Gruner AG. Beim Rückbau von Gebäuden erfasst Gruner Bauteile, die weiterverwendet werden können, und vermittelt sie anschliessend für Neu- oder Umbauten. So werden Bauteile nicht zu Abfall, sondern können an einem anderen Ort ein zweites Leben erhalten.
Auch die Textilindustrie bietet grosses Potenzial für zirkuläres Wirtschaften. Marc Joss von Switcher Trading zeigte, wie beispielsweise T-Shirts aus 100 Prozent recyceltem PET und wiederverwendeter Baumwolle hergestellt werden können. Gleichzeitig wurde deutlich, dass in der Textilbranche noch viele Herausforderungen bestehen, bevor geschlossene Kreisläufe Realität werden.
Mit wenig kann man oft schon viel erreichen
Einen Einblick in die Arbeit eines Entsorgungsunternehmens gab Leandra Kern Knecht, Verwaltungsrätin der Daetwiler Umweltservice AG. Ihre Erfahrung aus der Beratung von Unternehmen: «Mit wenig kann man oft schon viel erreichen.»
Durch konsequentes Sammeln und Sortieren gibt Daetwiler rund 70 Prozent des Materials als Rohstoffe an Partnerunternehmen weiter. Damit wird deutlich, dass Kreislaufwirtschaft nicht immer grosse und komplexe Lösungen voraussetzt. Oft können bereits einfache Massnahmen einen Unterschied machen.
Was die Natur hergibt, wird zu keinem Abfall
Zum Abschluss des Referatsteils nahm Jürg Merz von Helvetas die Teilnehmenden mit nach Vietnam. Am Beispiel der Kakao-Produktion zeigte er eine Erfolgsgeschichte, bei der möglichst nichts, was die Natur hervorbringt, zu Abfall wird. Alles hat einen Wert und kann weiterverwendet werden.
Gleichzeitig gab Jürg Merz einen Einblick in die aktuelle Tätigkeit von Helvetas im Zusammenhang mit der Flutkatastrophe in Nepal und zeigte damit, wie vielfältig die Herausforderungen der internationalen Entwicklungszusammenarbeit sind.
Kreislaufwirtschaft als Chance
In der abschliessenden Gesprächsrunde waren sich die Beteiligten einig: Kreislaufwirtschaft ist eine Chance. Damit diese genutzt werden kann, braucht es Menschen und Unternehmen, die sich engagieren, Neues ausprobieren und gemeinsam Lösungen suchen.
Das Wirtschaftsforum hat gezeigt, dass Kreislaufwirtschaft nicht nur ein abstraktes Zukunftsthema ist. Bereits heute gibt es zahlreiche konkrete Ansätze und Beispiele – auch in der Schweiz und in unserer Region.

Fricktal Regio dankt allen Referierenden, Mitwirkenden und Teilnehmenden für den spannenden Austausch. Ein besonderer Dank gilt der Gemeinde Stein für die Gastfreundschaft und den finanziellen Beitrag an den Apéro Riche sowie den Sponsoren für die grosszügige Unterstützung des Anlasses.
Der Fricktal Regio Planungsverband organisiert seit vielen Jahren das Wirtschaftsforum Fricktal, welches sich zu einem wichtigen Treffpunkt für Fricktaler Entscheidungsträgerinnen und Entscheidungsträger aus Wirtschaft, Politik und Gesellschaft entwickelt hat. Das nächste Wirtschaftsforum findet am Donnerstag, den 2. September 2027 statt.
Das Wirtschaftsforum wurde fotografisch begleitet von Patrick Schwarb, Voll im Bild.
Wir danken unseren Sponsoren:
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